Härten unter Schutzgas.

Was ist Härten unter Schutzgas?

Beim Härten wird das metallische Gefüge so beeinflusst, dass eine deutliche Steigerung der Härte, Festigkeit und Verschleißbeständigkeit erreicht wird.

Die Wärmebehandlung führt zu einer Umwandlung der inneren Struktur, meist in Martensit, eine sehr harte, aber spröde Gefügeform des Stahls.

Ziel ist es, die Oberfläche oder den gesamten Werkstoff so zu verändern, dass er seine Form auch unter starker Belastung beibehält.

Härte wird in der Praxis über standardisierte Prüfverfahren gemessen, etwa Rockwell (HRC), Vickers (HV) oder Brinell (HB).

Härten unter Schutzgas
Wärmebehandlungsschema Härtetechnik Pro Ion

Wie funktioniert Härten unter Schutzgas?

Das Härten erfolgt in mehreren Schritten, die den Gefügezustand des Stahls gezielt verändern:

  1. Austenitisieren:
    Das Werkstück wird auf eine hohe Temperatur erhitzt, bei der sich das Gefüge vollständig in Austenit umwandelt. Die Temperatur liegt je nach Werkstoff zwischen 750 und 950 °C.
  2. Abschrecken:
    Durch schnelles Abkühlen, typischerweise in Öl, wandelt sich der Austenit in Martensit um. Dieser Vorgang erzeugt eine deutlich härtere und festere Struktur.
  3. Anlassen:
    Um die beim Abschrecken entstehende Sprödigkeit zu verringern und innere Spannungen abzubauen, wird das Werkstück nochmals moderat erwärmt. Dadurch gewinnt es an Zähigkeit und Stabilität, ohne an Härte zu verlieren.

Technische Vorteile und Anwendungsdetails des Härtens unter Schutzgas

Vorteile des Härtens unter Schutzgas

Deutliche Erhöhung der Härte und Festigkeit

Verbesserter Verschleiß- und Druckwiderstand

Optimierte Dauerfestigkeit und Lebensdauer von Bauteilen

Reproduzierbare Ergebnisse durch präzise Temperatur- und Abschrecksteuerung

Kombinierbar mit weiteren Wärmebehandlungsverfahren (z. B. Vergüten, Anlassen, Einsatzhärten)

Breite Anwendbarkeit auf unterschiedliche Werkstoffe

Werkstoffe und Anwendungs­details

Besonders geeignet für Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt ab 0,2 %

Deutlicher Härtegewinn ab etwa 0,35 % Kohlenstoffgehalt

Auch anwendbar auf Gusseisen und ausgewählte Legierungen

Oberflächenhärten für gezielte Randschichthärtung (Laser-, Induktions- oder Flammhärten)

Durchhärten für komplette Gefügeumwandlung im gesamten Werkstück

Aufkohlen und Einsatzhärten als ergänzende Verfahren bei kohlenstoffarmen Stählen

Technische Spezifikationen

Austenitisierungstemperatur: 750–950 °C

Abschreckmedien: Wasser, Öl, Salzbad, Luft oder Gas

Anlass-Temperatur: 150–650 °C (je nach gewünschter Zähigkeit)

Härteprüfung: Rockwell (HRC), Vickers (HV), Brinell (HB)

Ergebnis: Martensitisches Gefüge mit hoher Härte und Festigkeit

Typische Anwender­branchen

Maschinenbau, Werkzeugbau, Automobilindustrie, Antriebstechnik, Luftfahrtindustrie, Hydraulik- und Umwelttechnik

FAQ – Häufige Fragen zum Härten unter Schutzgas

Was passiert beim Härten genau?

Beim Härten wird das metallische Gefüge durch Erhitzen und schnelles Abkühlen in Martensit umgewandelt. Das sorgt für eine deutliche Erhöhung der Härte und Festigkeit.

Das Anlassen reduziert Spannungen und Sprödigkeit, die beim schnellen Abschrecken entstehen. Dadurch erhält das Bauteil seine Gebrauchsfähigkeit zurück und bleibt dennoch hart.

Wesentliche Faktoren sind Kohlenstoffgehalt, Aufheiztemperatur, Abschreckgeschwindigkeit und das verwendete Medium.

Beim Oberflächenhärten wird nur die Randschicht gehärtet, während das Durchhärten den gesamten Querschnitt des Werkstücks betrifft.

Anfrage & Beratung

Sie möchten wissen, welches Härteverfahren sich optimal für Ihre Bauteile eignet? Unser Team berät Sie individuell zu Werkstoffen, Temperaturen, Abschreckmedien und Kombinationen mit weiteren Wärmebehandlungen.

Ihre Vorteile bei Pro Ion®

Individuelle Beratung und Projektbegleitung

Verarbeitung von Einzel- und Serienbauteilen

Hohe Maßgenauigkeit durch präzise Prozesssteuerung

Termintreue und geprüfte Qualität

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