Über das Verfahren Plasmanitrieren

2. Die Werkstoffoberfläche (Fe) ist dem reaktiven Gas während des gesamten Prozesses, vornehmlich bei Temperaturen über 400°C, ausgesetzt. Die reaktionsfähigen Elemente wie Fe, Cr, Mo, Ti, Al, V gelten als Nitridbildner und werden auf der Oberfläche entsprechend dem Nitrierprozess ausgeschieden. Diese Grenzflächenreaktionen werden in verschiedenen Modellen dargestellt, z.B. nach Kölbel.

Das ungebundene Eisen kann nach dem eigentlichen Nitrierprozess in eine 1-3 µm starke Fe3O4-Magnetit-Schicht gebunden werden: mittels einer gesteuerten Oxi­da­tion. Ein bemerkenswerter Anstieg des Korrosionsschutzes ist dabei zu erwarten. Bleibt zu beachten: Diese Prozesse sind ausschließlich bei unlegierten bzw. niedrig legierten Stählen durchführbar. Die Werkstückoberfläche muss mechanisch bearbeitet sein. Eine Passivschicht oder Walzhaut behindert sämtliche Diffusionsprozesse.Der Korrosionsschutz nimmt linear zur Verbindungsschichtdicke zu, beginnend bei ca. 20 Stunden nach Salzsprühtest DIN EN ISO 9227 NSS, und kann bei Schichtdicken von 20 - 25 µm in Abhängigkeit von Werkstoffqualität und Oberflächenrauhigkeit bis zu 150 Stunden betragen.¹Merkblatt Stahl 447, 12. Auflage 1983, S. 6