Carbonitrieren

Was ist Carbonitrieren?

Das Carbonitrieren ist eine Variante und Erweiterung des Einsatzhärtens. Neben Kohlenstoff wird beim Carbonitrieren zusätzlich Stickstoff in die Randschicht eingelagert.

Dadurch verbessern sich die Härtbarkeit, die Anlassbeständigkeit und das Verschleißverhalten der behandelten Oberfläche.

Das Verfahren eignet sich besonders für unlegierte und niedriglegierte Stähle, bei denen durch den kombinierten Diffusionsprozess eine gleichmäßig harte, dichte und belastbare Randschicht entsteht.

Wie funktioniert Carbonitrieren?

Beim Carbonitrieren werden die Werkstücke in einer kohlenstoff- und stickstoffhaltigen Ofenatmosphäre auf Diffusionstemperatur gebracht.

Bei Temperaturen ab etwa 800 °C diffundieren Kohlenstoff und Stickstoff gleichzeitig in die Randzone des Werkstücks.

Im Anschluss erfolgt das Aufheizen auf Härtetemperatur und das Abschrecken im Ölbad.

Diese Kombination sorgt für eine feine, zunderfreie und verschleißfeste Oberfläche mit hoher Maßhaltigkeit.

Durch die Stickstoffzugabe wird die Stabilität des Restaustenits erhöht, was zu einer verbesserten Dauerfestigkeit und Anlassbeständigkeit führt.

Das Carbonitrieren ermöglicht dadurch auch die Härtung von unlegierten Baustählen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,2 %.

Technische Vorteile und Anwendungsdetails des Carbonitrierens

Vorteile des Carbonitrierens

Verbesserung der Härtbarkeit der aufgekohlten Randschicht

Stabilisierung des Restaustenits

Erhöhung der Anlassbeständigkeit der Randschicht

Deutlich verbessertes Verschleißverhalten

Hohe Maßhaltigkeit und Reproduzierbarkeit

Robustes und bewährtes Verfahren für Serienfertigung

Werkstoffe und Anwendungsdetails

Verwendung von kohlenstoffarmen Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 %

Typische Stahlsorten: Automatenstähle, C10, 16MnCr5, 18CrNi8, 20MoCr4, 25MoCr4

Geeignet für unlegierte Baustähle mit Kohlenstoffgehalt < 0,2 %

Erzielbare Ausgangshärten bis zu 63 HRC

Standardmäßige Carbonitrierhärtetiefe: 0,1 bis 0,8 mm

Weichzonen können mechanisch oder mit Kupferpaste erzeugt werden

Bevorzugtes Verfahren für Getriebe- und Maschinenbau

Technische Spezifikationen

Chargengrößen: bis max. Breite 800 mm × Tiefe 1.200 mm × Höhe 800 mm

Maximales Chargengewicht: bis 2 t

Prozesstemperatur: ab 800 °C

Härtetiefe: 0,1 – 0,8 mm (abhängig von Werkstoff und Prozesszeit)

Typische Anwender­branchen

Maschinenbau, Antriebstechnik, Getriebehersteller, Werkzeugbau

FAQ – Häufige Fragen zum Carbonitrieren

Worin liegt der Unterschied zwischen Carbonitrieren und Einsatzhärten?

Beim Carbonitrieren wird zusätzlich zum Kohlenstoff auch Stickstoff in die Randschicht eingebracht. Dadurch verbessert sich die Härtbarkeit und die Anlassbeständigkeit steigt deutlich.

Vor allem unlegierte oder niedriglegierte Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 %, wie C10, 16MnCr5 oder 18CrNi8.

Typische Härtetiefen liegen zwischen 0,1 und 0,8 mm, abhängig von Werkstoff und Prozessdauer.

Durch die Stickstoffzugabe wird eine bessere Oberflächenhärtung auch bei niedriglegierten Stählen erreicht, zudem erhöht sich die Anlassbeständigkeit und der Verschleißschutz.

Anfrage & Beratung

Sie möchten Ihre Bauteile carbonitrieren lassen oder sich zu den technischen Möglichkeiten beraten? Unser erfahrenes Team steht Ihnen von der Werkstoffauswahl bis zur optimalen Prozessführung zur Seite.

Ihre Vorteile bei Pro Ion®

Individuelle Beratung und Projektbegleitung

Verarbeitung von Einzel- und Serienbauteilen

Hohe Maßgenauigkeit durch präzise Prozesssteuerung

Termintreue und geprüfte Qualität

Nach oben scrollen