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Vakuumhärten.

Was ist Vakuumhärten?

Vakuumhärten ist ein Härteverfahren für mittel- hochlegierte Stähle, bei dem das gesamte Werkstück austenitisiert und anschließend im Vakuum mit Stickstoff abgeschreckt wird. Ziel ist die Erzeugung eines martensitischen Gefüges im gesamten Bauteil, das für einen hohen Verschleißwiderstand sorgt.

Durch das Härten im Vakuum entstehen zunder- und oxidschichtfreie Oberflächen. Das Verfahren eignet sich ausschließlich für lufthärtbare Stähle, eine Eigenschaft, die mittel- und hochlegierte Stähle besitzen.

Wie funktioniert Vakuumhärten?

Beim Vakuumhärten wird das gesamte Werkstück gleichmäßig auf Härtetemperatur erwärmt. Durch die Austenitisierung des Bauteils bildet sich anschließend beim Abschrecken ein martensitisches Gefüge aus.

Das Abschrecken erfolgt mit Stickstoff. Dieses milde Abschreckverhalten reduziert die Gefahr von Härterissen und trägt zu einer sehr guten Maßhaltigkeit bei. Gleichzeitig werden Zunder- und Oxidschichtbildung sowie Randentkohlung zuverlässig verhindert.

Technische Vorteile und Anwendungsdetails des Vakuumhärtens

Vorteile des Vakuumhärtens

Verhinderung von Zunder- und Oxidschichtbildung

Keine Randentkohlung

Geringer Verzug

Hohe Temperaturgleichmäßigkeit

Geringe Nacharbeitungskosten

Geeignet für hochwertige, maßkritische Bauteile

Erzeugt keine primären Emissionen

Werkstoffe und Anwendungs­details

Das Vakuumhärten ist für mittel- und hochlegierte Stähle geeignet, darunter unter anderem:

  • 1.2379
  • 1.2080
  • 1.2436
  • 1.4034
  • 1.4112
  • 1.4122
  • 1.4021
  • 1.2083
  • 1.3244
  • 1.3343
  • 1.2767
  • 1.2343
Andere Werkstoffe sind auf Anfrage möglich.

Technische Spezifikationen

Prozesstemperatur
  • Temperaturen bis 1.180 °C
Chargengrößen
  • Max. Breite: 800 mm
  • Max. Tiefe: 1.200 mm
  • Max. Höhe: 700 mm
Brutto-Chargengewichte
  • Bis zu 800 kg
Prozessvariationen
  • Vakuumvergüten

Typische Anwender­branchen

Automotive, Maschinenbau, Umwelttechnik, Werkzeugbau, Luftfahrtindustrie, Hydraulikindustrie, Antriebstechnik, Lebensmittelindustrie, Formenbau

Anfrage & Beratung

Sie möchten Bauteile vakuumhärten lassen oder prüfen, ob Vakuumhärten das geeignete Verfahren für Ihre Anwendung ist?

Wir beraten Sie individuell zur Werkstoffauswahl, Prozessführung und Machbarkeit – präzise, reproduzierbar und termintreu.

Ihre Vorteile bei Pro Ion®

Individuelle Beratung und Projektbegleitung

Verarbeitung von Einzel- und Serienbauteilen

Hohe Maßgenauigkeit durch präzise Prozesssteuerung

Termintreue und geprüfte Qualität

FAQ – Häufige Fragen zum Vakuumhärten

Welche Werkstoffe eignen sich für das Vakuumhärten?

Vakuumhärten setzt voraus, dass der Werkstoff lufthärtbar ist. Diese Eigenschaft besitzen ausschließlich mittel- und hochlegierte Stähle. Für andere Werkstoffe prüfen wir die Eignung individuell auf Anfrage.

Da das Härten im Vakuum erfolgt, wird der Kontakt mit Sauerstoff vermieden. Dadurch entstehen keine Zunder- oder Oxidschichten auf der Bauteiloberfläche. Die Oberflächen bleiben metallisch sauber.

Beim Vakuumhärten wird Stickstoff als Abschreckmedium eingesetzt. Das milde Abschreckverhalten reduziert das Risiko von Härterissen und trägt zu einem geringen Verzugsverhalten bei.

Nein, beim Vakuumhärten tritt keine Randentkohlung auf. Durch den Sauerstoffausschluss bleibt die chemische Zusammensetzung der Randschicht erhalten.

Durch die hohe Temperaturgleichmäßigkeit und das schonende Gasabschrecken entstehen nur geringe Maßänderungen. Das reduziert den Bedarf an Nacharbeit und ist besonders vorteilhaft für hochwertige, präzise Bauteile.

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