Einsatz­härten / ­Carbo­nitrieren / ­Aufkohlen

Was ist Einsatzhärten?

Das Einsatzhärten ist ein bewährtes Verfahren der Wärmebehandlung zur gezielten Gefügeumwandlung im Randbereich von Stahlbauteilen. Durch das Einbringen von Kohlenstoff in die Randschicht entsteht eine harte, verschleißbeständige Oberfläche bei gleichzeitig zähem und festem Kern.


Das Verfahren wird vor allem dort eingesetzt, wo hohe Oberflächenhärte, gute Verschleißfestigkeit und ausreichende Elastizität des Werkstücks gefordert sind, zum Beispiel in der Antriebs- und Getriebetechnik.

Härten unter Schutzgas

Wie funktioniert Einsatzhärten?

In einer kohlenstoffgesättigten Ofenatmosphäre werden die Werkstücke programmgesteuert auf Diffusionstemperatur gebracht.
Bei Temperaturen ab 800 °C diffundiert Kohlenstoff in die oberflächennahen Randbereiche des Werkstücks, kontrolliert und bis zu 2 mm tief. Anschließend erfolgt die Erwärmung auf Härtetemperatur und das Abschrecken im Ölbad. 


Das Ergebnis dieser reduzierenden Atmosphäre unter Ausschluss von Sauerstoff sind zunderfreie und verschleißfeste Werkstückoberflächen mit hervorragender Maßhaltigkeit.
Durch die Kombination von harter Randschicht und zähem Kern entsteht eine mechanisch belastbare und langlebige Bauteilstruktur.

Verfahrensdaten

Technische Daten zum Einsatzhärten

Vorteile des Einsatzhärtens

Harte, verschleißbeständige Randschicht und zäher Kern

Erhöhung der Kernfestigkeit

Verbesserte mechanische Eigenschaften und Lebensdauer

Hohe Maßhaltigkeit und Reproduzierbarkeit

Robustes, industriell bewährtes Verfahren

Werkstoffe und Anwendungsdetails

Verwendung von kohlenstoffarmen Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 %

Typische Stahlsorten: Automatenstähle, C10, 16MnCr5, 18CrNi8, 20MoCr4, 25MoCr4

Weichzonen können mechanisch oder mit Kupferpaste erzeugt werden

Bevorzugtes Verfahren für Getriebe- und Maschinenbau

Geeignet für Bauteile mit hohen Anforderungen an Härte und Zähigkeit

Technische Spezifikationen

Chargengrößen: bis max. Breite 800 mm × Tiefe 1.200 mm × Höhe 800 mm

Maximales Chargengewicht: bis 1,5 t

Prozesstemperatur: ab 800 °C

Härtetiefe: bis ca. 2 mm (abhängig von Werkstoff und Zeit)

Härtetiefe beim Carbonitrieren: bis ca. 0,8 mm

Typische Anwender­branchen

Maschinenbau, Antriebstechnik, Getriebehersteller, Werkzeugbau

Vorteile des Carbonitrierens

Verbesserung der Härtbarkeit der aufgekohlten Randschicht

Stabilisierung des Restaustenits

Erhöhung der Anlassbeständigkeit der Randschicht

Deutlich verbessertes Verschleißverhalten

Hohe Maßhaltigkeit und Reproduzierbarkeit

Robustes und bewährtes Verfahren für Serienfertigung

Werkstoffe und Anwendungsdetails

Verwendung von kohlenstoffarmen Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 %

Typische Stahlsorten: Automatenstähle, C10, 16MnCr5, 18CrNi8, 20MoCr4, 25MoCr4

Geeignet für unlegierte Baustähle mit Kohlenstoffgehalt < 0,2 %

Erzielbare Ausgangshärten bis zu 63 HRC

Standardmäßige Carbonitrierhärtetiefe: 0,1 bis 0,8 mm

Weichzonen können mechanisch oder mit Kupferpaste erzeugt werden

Bevorzugtes Verfahren für Getriebe- und Maschinenbau

Technische Spezifikationen

Chargengrößen: bis max. Breite 800 mm × Tiefe 1.200 mm × Höhe 800 mm

Maximales Chargengewicht: bis 2 t

Prozesstemperatur: ab 800 °C

Härtetiefe: 0,1 – 0,8 mm (abhängig von Werkstoff und Prozesszeit)

Typische Anwender­branchen

Maschinenbau, Antriebstechnik, Getriebehersteller, Werkzeugbau

Vorteile des Aufkohlens

Verlängerung der Lebensdauer durch harte, verschleißbeständige Randschichten

Kosteneffizienter als der Einsatz hochlegierter Stähle

Verbesserte mechanische Eigenschaften, insbesondere Verschleiß- und Biegefestigkeit

Gleichmäßige Schichtbildung bei präziser Prozesssteuerung

Ideal kombinierbar mit nachfolgenden Härtungsprozessen

Werkstoffe und Anwendungsdetails

Besonders geeignet für niedrig- und unlegierte Stähle

Anhebung des Kohlenstoffgehalts in der Randschicht auf mind. 0,25 %

Kombination mit nachgeschalteten Härteverfahren (z. B. Einsatzhärten, Vergüten)

Typische Anwendung im Maschinen- und Werkzeugbau, in der Antriebstechnik und Getriebefertigung

Schichtdicken variabel je nach Prozessdauer und Werkstoff (typisch 0,5 bis 2 mm)

Weichzonen können mechanisch oder mit Kupferpaste erzeugt werden

Technische Spezifikationen

Temperaturbereich: 850–950 °C

Typische Schichtdicken: 0,5–2,0 mm (abhängig von Werkstoff und Dauer)

Kohlenstoffgehalt der Randschicht: ca. 0,25–0,9 %

Kombinierbar mit: Einsatzhärten, Einfach- oder Doppelhärten

Geeignete Werkstoffe: unlegierte und niedriglegierte Stähle

Typische Anwender­branchen

Maschinenbau, Antriebstechnik, Getriebehersteller, Werkzeugbau, allgemeiner Stahlbau

FAQ – Häufige Fragen zum Einsatzhärten

Welche Werkstoffe eignen sich für das Einsatzhärten?

Vor allem niedriglegierte, kohlenstoffarme Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 %. Typische Stahlsorten sind C10, 16MnCr5 oder 18CrNi8.

Je nach Werkstoff und Prozessdauer bis zu 2 mm.

Beim Carbonitrieren wird zusätzlich Stickstoff in die Oberfläche eingebracht, wodurch die Härtung auch bei niedriglegierten Stählen möglich ist. Das Einsatzhärten hingegen konzentriert sich auf die Kohlenstoffdiffusion.

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